Publikumsreaktionen und Pressestimmen

Zum Konzert am 13.11.2011 in der Christuskirche Herne, Wiescherstraße

(Quelle: http://www.kk-herne.de/nocache/home/nachrichten/nachrichten-details/?tx_ttnews[tt_news]=1088&tx_ttnews[backPid]=224Datum des Zugriffs: 02.12.2011)

HERNE - Das Konzert des „Heinrich-Schnitzler-Orchesters Bochum“ unter seinem Leiter Dirk Weber am Sonntag, dem 13. November, in der Evangelischen Christuskirche Herne, Wiescherstraße 120, war trotz der in Herne laufenden Veranstaltung „Tage alter Musik“ sehr gut besucht und wurde begeistert aufgenommen.
Auf dem Programm standen Werke aus der Barockzeit und der Spätromantik. Zu Beginn erklang die Suite „Dido und Aeneas“ von Henry Purcell (1659 - 1695), der schon zu seinen Lebzeiten als der beste englische Komponist galt und mit dem Ehrentitel Orpheus britannicus versehen worden war. Es gelang dem Orchester gut, die unterschiedlichen Charaktere der einzelnen Tanzsätze, ursprünglich Zwischensätze zum gleichnamigen Bühnenstück, herauszustellen, die das traurige Geschehen widerspiegeln sollten: Aeneas verlässt die Geliebte, um in den Krieg zu ziehen, woraufhin sie sich das Leben nimmt .
Peter I. Tschaikowskys für Streichorchester bearbeitete Klavierstücke aus seinem „Jugendalbum“ entführten die Zuhörer an den Kamin zu Hause mit ihrem nachdenklichen, anheimelnden Klang. Bei einem dieser Stücke, das immer im gleichen Klang zu verharren schien, wählte Dirk Weber, der auf unterhaltsame Weise durch den Abend führte, zur Charakterisierung das Bild eines in der Fußgängerzone sitzenden Akkordeon-Spielers. Wie bei Robert Schumanns „Album für die Jugend“ und seinen „Kinderszenen“ hat Tschaikowsky seine Stücke mit für Kinder verlockenden Titeln versehen, die ihren Charakter beschreiben.

Daran schloss sich das Konzert a-Moll für zwei Flöten und Streicher von Georg Philipp Telemann (1681 -1767) an, dessen drei Sätze ganz in der Weise eines Concerto grossos gestaltet sind, so dass sich solistische und Tuttiabschnitte abwechseln. Telemann, so informierte Dirk Weber, hat mehr Werke als Bach und Händel zusammen geschrieben. Dass viel zu schreiben nicht gleich bedeutend ist mit schlechter Musik, dafür war dieses Werk ein ideales Beispiel. Zwei ausdrucksvollen langsamen Sätzen, stilvoll von den beiden Soloflöten verziert, folgten frische, virtuose schnelle Sätze, deren schwungvolle Interpretation sich von den Musikern auf das begeisterte Publikum spontan übertrug. Das Orchester begleitete exakt die souverän und einfühlsam musizierenden Solistinnen Maria von Bodelschwingh und Brigitte Wilms, die sich wunderbar mit ihrem flexiblen Flötenton ergänzten.

Den Abschluss des Konzertes bildete eine viersätzige Sonate von Johann Friedrich Fasch (1688 - 1758), der als einer der bedeutendsten deutschen Instrumentalkomponisten des frühen 18. Jahrhunderts gilt und auch von Johann Sebastian Bach sehr geschätzt wurde. In vier Sätzen konnte das Orchester, ein reines Streichorchester mit 25-30 Laienmusikerinnen und Laienmusiker, seine volle Virtuosität ausspielen vor allem im vierten Satz und gleichzeitig in den beiden langsamen Sätzen eine enorme Ausdrucksstärke offenbaren. Es machte große Freude, mitzuerleben, mit welcher Begeisterung Alt und Jung zusammen Musik machten. Daran hat Dirk Weber großen Anteil: Er dirigiert nicht nur äußerst genau und führt hervorragend, sondern versteht es auch, durch eine freundliche und geduldige Art Instrumentalisten mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen und Erfahrungen zu einem einheitlichen Klangkörper zusammenzufassen und damit eine Tradition wachzuhalten, die Heinrich Schnitzler vor Jahren mit mehreren Ensembles begründet hat: Mit Jung und Alt gemeinsam die überlieferten Kulturgüter zu pflegen.

Was dabei herauskam, hat die Zuhörer so begeistert, dass am Ende noch eine Zugabe erforderlich wurde: Die „Süße Träumerei“ von P. I. Tschaikowsky (1840 - 1893) beschloss eine besinnliche, zu Herzen gehende Abendmusik. BW
Gastgeberin Brigitte Wilms (stehend, helle Bluse, Querflöte), zählte zu den über 20 Mitwirkenden beim Konzert des Heinrich-Schnitzler-Orchesters am Volkstrauertag in der Christuskirche Constantin - einem Musikerlebnis von hoher Eindringlichkeit. SI



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